4. Die ritterliche Sprache


Entsprechend unserer Abgrenzung zur profanen Welt bedienen wir uns auch einer antiquierten Form des sprachlichen Ausdrucks, die etwa der frühneuhochdeutschen Zeit entlehnt scheint, in Wortprägung und im Sprachgebrauch aber keineswegs mit der Sprache von damals identisch ist. Die ritterliche Sprache in unseren Bünden ist im Gegensatz zur modernen Sprache romantisch und phantasievoll und verdeutlicht die Lösung vom Alltag, von Geschäft und Beruf. In romantischer Weise bringen wir damit zum Ausdruck, dass unsere Gespräche im Geiste ritterlicher Tugenden geführt werden, vom Freund an den Freund gerichtet und in ihrem Inhalt wahrhaftig sind. Damit wird eine Grenze gezogen zum profanen Sprachgebrauch, bei dem an sich klare Begriffe oft genug in fragwürdiger Absicht ihres reinen Inhalts beraubt werden.
Durch das Sprechen aber ist jeder Ritter angehalten zu überlegen, wie er etwas sagt. Es erzieht ihn zu Bedächtigkeit in seiner Rede.