3. Der ritterliche Werdegang


Mitglieder eines Ritterbundes werden Sassen, Recken oder Ritter­brüder genannt. Bevor eine Aufnahme in einen Ritterbund als Mit­glied erfolgt, ist für uns derjenige Mitbürger, der uns nach seiner Persönlichkeit und seiner Gesinnung geeignet erscheint für unsere Ziele, ein Suchender. Wenn er bereit ist, sich einem edleren Men­schenbild zuzuwenden und zur eigenen Vervollkommnung an sich arbeiten, versuchen wir, ihn an uns zu binden.


a. Der Pilgrim
Der Pilgrim oder Prüfling genannt ist ein Suchender, der auf seiner Wanderung abseits der Heerstraße des Alltags zum ritterlichen Freundeskreis gefunden hat und der als Gast durch einen Ritterbruder in einen Bund eingeführt wurde. Er misst das ritterliche Treiben an seinen Erwartungen, wird aber auch selbst gemessen, ob er die Voraussetzungen erfüllt, die an einen neuen Freund gestellt werden.
Ein Pilgrim, der seine geistige und gesellige Heimat in einem Ritterbund gefunden hat und der gemäß den jeweiligen Bestimmungen der Burgsatzung als Mitglied aufgenommen wurde, beginnt seinen ritterlichen Werdegang als Knappe.


b. Der Knappe
Er symbolisiert die Zeit des Lernens und des Begreifens ritterlicher Ethik als ernsten Hintergrund, sowie die Zeit des Wachsens freundschaftlicher Verbundenheit zu den gleichgesinnten Brüdern seiner Ritterschaft.


c. Der Junker
Er ist das Sinnbild des Übergangs, des Werdens, also auch der Zeit des Kampfes mit sich selbst auf dem Weg der Vervollkommnung im Sinne ritterlicher Tugenden.


d. Der Profeßritter
Soll ein Junker zum Ritter geschlagen werden und hat das Konventskapitel oder der Burgrat dies beschlossen, so gilt dieser Junker bis zu seiner zeremoniellen Bestätigung als Profeßritter.


e. Der Ritter
Der Ritterschlag ist Abschluss und Krönung der ritterlichen Laufbahn. Der Ritter kann jedes Amt im Bund übernehmen und also auch zum Großmeister gewählt werden. Er kann zum Lehrmeister bestimmt und ihm kann ein Knappe zur Betreuung zugeteilt werden. Er trägt als Zeichen seines Standes Federn am Barett. Ritter steht als Symbol für den Lebensabschnitt der Bewährung, des Verstehens, des Vorlebens in einer den ritterlichen Idealen gemäßen Verhaltensweisen innerhalb und außerhalb der Ritterschaft, nicht zuletzt als Beispiel für eine weise Beschränkung in allen Dingen. Nur in ihrem Sinngehalt also finden ritterliche Rangstufen ihre Bedeutung. Profan gesehen sind sie wertfrei.
Da ein Ritterbund eine geschlossene Gesellschaft ist, kann man ihm nur nach Aufforderung bzw. nach Einladung beitreten. Wenn jemand aus der profanen Welt durch einen Ritter für die Aufnahme in einem Bund vorgesehen wird, soll der Erwählte erst nach Rücksprache mit den übrigen Recken und nur mit deren allseitigem Einverständnis zu einem Gastbesuch eingeladen  werden. Der einführende Recke bürgt für die Lauterkeit der Gesinnung seines Pilgrims (Gast).